Ruysbroek, Jan (Johannes) van

Auch Ruusbroec (1293-1381), Priester in Brüssel, verließ 1343 mit zwei Priestern die Stadt, um als Eremit in Groenendal (nahe Brüssel) zu leben; die Gemeinschaft nahm 1350 die Regel der Augustiner Chorherren an; 1908 seliggesprochen.
R. gilt als der größte Mystiker der Niederlande aus der Schule Eckeharts. Mit seinen Schriften nahm er Einfluss auf das spirituelle Leben seiner Zeit. Seine „dietsch“ geschriebenen Werke wirkten über die klösterliche Welt hinaus auf die mystische Laienbewegung. Der Kernsatz seiner Lehre war: In ihrem tiefsten Inneren findet die Seele Gott, wobei er allerdings darauf beharrte, dass diese sich nicht mit Gott vereinige, sondern ihre Identität bewahre.

W. (Auswahl): Die Zierde der geistlichen Hochzeit. Mainz: Matthias Grünewald Verlag, 1922.
Lit.: Dupré, Louis K.: The Common Life: The Origins of Trinitarian Mysticism and its Development by Jan Ruusbroec. Crossroad Publishing Company, 1984.
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