Rūpa

(Skrt., äußere Gestalt, Form), in östlichen Religionen jenes Mittel, durch das der zufällige und vorübergehende Strom der Erscheinung erkennbare Gestalt annimmt. Im Hinduismus wird R. vor allem auf die Darstellungen der Götter angewandt, die dann in Gegensatz zu geringeren Objekten der Wahrnehmung (Steine, Bäume) gesetzt werden. Letztere haben zwar Gestalt, werden jedoch als arūpa bezeichnet, als etwas, das keine göttliche Gestalt besitzt.
Im Buddhismus wird R. mit Nāma verbunden. Nāma bedeutet die wesentliche Eigenschaft eines Dinges und wird vom Intellekt begriffen, während R. den existentiellen Zusammenhang bezeichnet und von den Sinnesorgangen begriffen wird.
Die Welt nehmen wir wahr durch Nāmarūpa, durch das Erzeugen von Nāma, also Namen/Worte, und Rūpa, also Formen.
In der theosophischen Lehre wird der Ausdruck rūpa auch für höhere feinstoffliche leibliche Wesensglieder des Menschen gebraucht. So wird etwa der Astralleib als Kama-Rūpa bezeichnet.

Lit.: Upanishaden. Übertr. u. eingel. von A. Hillebrandt. Düsseldorf: Diederichs, 1958.
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