Ruland(us), Martin d. J.

(* 11.11.1569 Lauingen; † 23.04.1611 Prag), Mediziner und Chemiater.
R. studierte in Tübingen, Jena und Basel, wo er 1592 zum Dr. med. promovierte; 1594-1603/4 Stadtphysikus in Regensburg.. Dort trug ihm seine chemiatrische Praxis Anfeindungen wegen Verabreichung giftiger Medikamente ein. Während eines der Reichstage in Regensburg gelang es ihm, den an Alchemie interessierten Kaiser Rudolf II. für sich einzunehmen. 1607 trat er in Prag als Leibarzt in dessen Dienste. Einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in Rudolphs Umfeld, Herzog Heinrich Julius von Braunschweig, widmete R. sein Hauptwerk, Lexicon Alchemiae, das früher oft fälschlich seinem Vater, Ruland Martin dem Älteren, zugeschrieben wurde. Darin versucht R., mehr begriffliche Klarheit in die alchemische Terminologie zu bringen.

W. (Auswahl): Progymnasmata Alchemiae […] cum Lapidis philosophici vera conficiendi ratione. Frankfurt/M., 1607; Propugnaculum Chymiatriae: Das ist, Beantwortung und Beschützung der alchymistischen Arzneyen. Leipzig, 1608; Lexicon Alchemiae sive Dictionarium alchemisticum. Frankfurt/M., 1612.
Lit.: Ruland, A.: Die Bibliothek des kaiserlichen Leibarztes R. im 17. Jh. Serapeum 25 (1864), S. 346-351.

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