Rübezahl

Schlesischer Berg- und Wettergeist. Das altdeutsche Wort beinhaltet „Zagel“ für „Schwanz“, daher auch „Rübenschwanz“ genannt. Aus der Bezeichnung wurden zweierlei Schlüsse gezogen: Einerseits dachte man sich R. als Herrn über heilkräftige Wurzeln, andererseits sah man in ihm einen Flurgeist mit Schwanz, also einen Felddämon.
Um den Berggeist gnädig zu stimmen und Wasserfluten aus dem Gebirge abzuwenden, pilgerten die Bewohner des Riesengebirges noch 1814 zu den höhergelegenen Quellen der Elbe, wo man R. schwarze Hähne und Hennen opfern wollte. Das dortige Quellwasser sowie in der Nähe wachsende Kräuter samt Wurzeln nahm man mit, um zu Hause die Ställe auszuräuchern und das Vieh zu waschen.
R. taucht in vielerlei Gestalten auf. Daher die Annahme, dass auf diesen Lokalgeist vom Volk auch fremde, sagenhafte Züge übertragen wurden, auch aus der slawischen Mythologie.
Bei dem spätromantischen Maler Moritz Ludwig von Schwind (1804-1871) zeigt sich R. mit rostrotem Bart in einem Wald voller knorriger Bäume und Fliegenpilze, also in einer hexenfreundlichen Umgebung.

Lit.: Anders, Henriette: Rübezahl. Originalausgabe 1900, Nachdr. Wolfenbüttel: Historischer Verlag Melchior, 2007.
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