Rubin

(Lat. rubeus, rot), gilt nach einem indischen astrologischen Text als der „Edelstein des Herrn des Tages“, der Sonne, der aus dem Licht des Regenbogens entstanden sei; wird in der Astrologie dem Monat Juli zugeordnet und dem Tierkreiszeichen des Löwen.
Der Name tauchte erstmals im 12. Jh. in der Provence auf und löste im Laufe der Zeit den mittelalterlichen Namen Karfunkel ab, der bis dahin verschiedene rote Steine bezeichnete. Wegen seiner intensiven Färbung partizipiert der R. wie kein anderer an der Symbolbedeutung der Farbe Rot, die nicht zuletzt als Ausdruck feuriger Liebe, der Leidenschaft und des Stolzes gilt. Zudem vertreibe er jegliche Furcht, fördere Lebensfreude, Leidenschaft und Mut, verleihe Vitalität, Kraft und Dynamik, was symbolisch auch in der Herrscherwürde (bei Insignien) zum Ausdruck kommt.
Schon in der Bibel ist vom R. die Rede. So ist er nach Ex 28,17 der erste Stein in der zweiten Reihe des hohepriesterlichen Brustschildes; und laut Jes 54,12 werden die Zinnen der himmlischen Stadt aus R. und Beryll gestaltet sein.
Im Mittelalter sagte man ihm heilende Wirkung nach. So wurde er während der Kreuzzüge gegen die Pest verwendet. Geht es nach dem Kreuterbuch (1564) des Naturforschers Lonicerus, hilft der R. gegen giftige Kräuter. Überhaupt besitzt er in vielen Kulturen eine jahrtausendealte Tradition als Heilstein.
Nicht zuletzt soll er seine Träger auch vor bösen Geistern schützen.

Lit.: Lonicerus, Adam: Kreuterbuch. Frankfurt/M., 1564; Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Gienger, Michael: Lexikon der Heilsteine: von Achat bis Zoisit. Saarbrücken: Neue Erde, 4. Aufl. 2000.
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