Rotkehlchen

(Erithacus rubecula), Vogelart aus der Familie der Fliegenschnäpper, Vorkommen in Europa, Nordafrika, Kleinasien und auf den Mittelmeerinseln, spielte bei der Entdeckung und wissenschaftlichen Anerkennung des Magnetsinns eine wichtige Rolle.
In Christuslegenden soll es Jesus im Sterben tröstend beistehen. Der Volksmund berichtet vom R., dass es Jesus am Kreuz einen Dorn aus der Stirn habe ziehen wollen und dabei etwas Blut auf seine Brust getropft sei. Der rote Fleck auf der Vogelbrust erinnere in der Zeit der Freude über die Geburt Jesu an sein Leiden und seinen Tod, mit dem er die größte Freude, die Erlösung, erworben hat. Daher wird das R. auch als Weihnachtsvogel bezeichnet.
Als in der zweiten Hälfte des 19. Jh. in England die Weihnachtspostkarten aufkamen, sah man auf ihnen R. mit einem Brief im Schnabel. Das ist darauf zurückzuführen, dass die damaligen Briefträger rote Röcke trugen und daher scherzhaft auch „Rotkehlchen“ genannt wurden. Das R. ist der inoffizielle Nationalvogel Großbritanniens.
Eine Volksweisheit lautet zudem, dass, wer das Nest eines R.s störe, mit einem Blitzeinschlag in sein Haus zu rechnen habe, weshalb Jakob Grimm die Frage stellt, ob die rote Farbe beim R. nicht auf eine ursprüngliche Verbindung mit dem Gott
Donar hinweise. Generell gilt die Annahme, dass das R. den Blitz und überhaupt Unglück fernhalten würde.

Lit.: Lack, David: The Life of the Robin. Penguin Books, 1953; Brown, R./Ferguson, J./Lawrenze, M./Lees, D.: Federn, Spuren und Zeichen der Vögel Europas. Hildesheim: Gerstenberg, 1988.

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