Rosette

(Von franz. „Röschen“), aus einer stilisierten Blüte entwickeltes Ornament, das in zahlreichen Abwandlungen schon im Orient und in der Antike zu finden ist. Motivanregend dürften Margerite, Seerose (Lotos) und Rose gewesen sein. Da man sich Blumen vielfach als die Sterne der Himmelswiese vorstellte, lässt sich in der R. auch ein astraler Aspekt ausmachen, nicht zuletzt deshalb, weil die stilisierten Blütenstände alter Kulturen Ausdruck eines Weltbildes sind, das um das Zusammenspiel astraler Bewegungen und der vom Jahreszyklus abhängigen Vegetation wusste.
Die aus sechs gegeneinanderlaufenden Zirkelschlägen im Radius des Hauptkreises gebildete R. ist in vielen asiatisch-europäischen Kulturen bis in die Volkskunst hinein bekannt und wird u.a. als Welt- und Glückszeichen gedeutet.

Lit.: Streng, Georg: Das Rosetten-Motiv: in der Kunst- und Kulturgeschichte. Komment. u. erw. Ausg. d. Buches von 1918. Rhauderfehn: Wieken-Verlag, 2014.
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