Rosenkreuzer

(Fraternitas Rosae Crucis, FRC; engl. Rosicrucians), Name einer mystischen Geheimgesellschaft, die sich auf die historisch nicht fassbare Person eines gewissen Christian Rosencreutz (angebl. 1378-1484) beruft und im Anschluss an die von Johann Valentin Andreae (1586-1654) verfasste Schrift Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz, Anno 1459 (1616) an Bedeutung gewann.
Im öffentlichen Raum traten die R. mit zwei Manifesten in Erscheinung, Fama Fraternitatis (1614) und Confessio (1615/16). Sie waren stark in die europäische Aufklärung involviert, wobei sie den Vernunftgedanken mit alchemistischer Symbolik und dem Streben nach persönlicher Reifung zu verbinden suchten. R.-Gruppierungen fanden auf vielfache Weise Eingang in moderne Gemeinschaften: Societas Rosicruciana (1865), Hermetic Order of the Golden Dawn (1888), Ordo Templi Orientis/O.T.O. (Anfang 20. Jh.), Rosicrucian Fellowship (Anfang 20. Jh.), Lectorium Rosicrucianum (1924) sowie Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis/AMORC (1915), einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Esoterik.

Lit.: Reinalter, Helmut (Hrsg.): Freimaurer und Geheimbünde im 18. Jh. in Mitteleuropa. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1983; McIntosh, C.: The Rosicrucians. The History, Mythology and Rituals of an Occult Order. Aquarian Press, 2. Aufl. 1988.
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