Rosenheim, Spuk

1967/68 ereignete sich in einer Anwaltskanzlei in Rosenheim, Oberbayern, ein aufsehenerregender Spukfall. Es kam zu Störungen bei Telefonapparaten, zum Platzen von Leuchtstoffröhren, zu selbstständigem Auslösen von Sicherungsautomaten, teils begleitet durch seltsame Knalleffekte. Die Stadtwerke wurden beauftragt, das Leitungsnetz auf Fehler bzw. Unregelmäßigkeiten zu überprüfen, was jedoch ohne Erfolg blieb. Auch die Ursache der ungewöhnlich starken Ausschläge von Spannungs- und Stromschreibern lag offensichtlich nicht in der Stromversorgung selbst. Unerklärliche Ausschläge auf Messgeräten wurden von Physikern des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik auf etwaige elektrodynamische Ursachen hin untersucht, mit ebenso negativem Resultat. Die unerklärlichen Phänomene setzten sich fort: Verschieben eines zentnerschweren Aktenschrankes, selbsttätiges Heraustreten von Schubladen, Schwanken von Lampen, Rotieren von Bildern um ihren Haken, Platzen von Glühbirnen.
Auf irgendeine Weise schienen die Ereignisse mit der Anwesenheit einer 19-jährigen Angestellten in Verbindung zu stehen. Als deren Lehrverhältnis beendet wurde, hatten auch die Spukerscheinungen ein Ende. Protokollen einer Gerichtsverhandlung zufolge sollen allerdings auch in der neuen Umgebung der betreffenden Person für einige Zeit merkwürdige Ereignisse aufgetreten sein.

Lit.: Resch, Andreas: Der Fall Rosenheim I-IV. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 17 (1968) 2, 241-249; GW 17 (1968) 3, 289-310; GW 17 (1968) 4, 337-346; GW 18 (1969) 1, 1-15; GW 19 (1969) 2, 49-60; Bender, Hans: Der Rosenheimer Spuk ‒ Ein Fall spontaner Psychokinese. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 11 (1968), 104-112; Karger, F./Zicha, G.: Physikalische Untersuchungen des Spukfalles in Rosenheim 1967. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 11 (1968), 113-131; Büchel, W.: Zur Kritik an der Parapsychologie. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 18 (1976), 161-186.
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