In der Antike aufgrund ihrer Schönheit, ihres Duftes und ihrer Vergänglichkeit ikonographisch drei Bereichen zugeordnet: Liebe, Grab und Elysium. Antike Mythen sahen verschiedene Götter an ihrer Entstehung beteiligt. Bei Griechen und Römern der Liebesgöttin (Aphrodite, Venus) zugerechnet, ist die (vor allem rote) Rose ein Symbol der Liebe und der Sinnlichkeit; in der römischen Kaiserzeit Ausdruck festlichen Prunks. Da zu eng mit dem Götterkult verbunden, wurde die R. zunächst für den christlichen Kult abgelehnt, dann aber durch die Kirchenväter bald in die Kunst übernommen und vielfältig ausgedeutet. Das Christentum verleibte die R. der Mariensymbolik ein. Die ältesten Mariengleichnisse vergleichen Maria als die schönste der Jungfrauen mit einer Rose, wenngleich in den Stacheln der Blume auch die Leiden Mariens und die Passion Christi erkennbar sein sollen. Die rote Farbe verweist ebenso darauf wie auch auf das Blut der Märtyrer.
Der griechische Lyriker Pindar spricht von den rosengeschmückten Wiesen des Jenseits. Die Darstellung von Rosen auf etruskischen Sarkophagen symbolisieren Tod und jenseitiges Weiterleben gleichermaßen. In der Volkssprache verstand man unter dem „Rosengarten“ den Friedhof.
Im Mittelalter kam eine alte Bannfigur zu neuen Ehren: Wenn man im Grundriss der Rose den Mittelpunkt eines jeden Kelchblattes durch eine Linie mit dem übernächsten verbindet, entsteht ein Pentagramm. So stand die R. auch Pate für das Geheimnisvolle.
Bei den Alchemisten galt sie als flos sapientium, als Blume der Weisheit. Bei den Rosenkreuzern verwies sie auf Natur und Schöpfung und im freimaurerischen Ritual ist sie ein Hinweis auf die Sehnsucht des Menschen nach einem höheren Leben.
Lit.: Heinz-Mohr, Gerd/Sommer, Volker: Die Rose ‒ Entfaltung eines Symbols. Diederichs, 1988.