Ro-Setau

(„Mündung der Gänge“), ein alter, in der ägyptischen Totenliteratur geläufiger Ortsname, der in den Jenseitsführern, im sog. Zweiwegebuch sowie im Amduat als Teil des Totenreiches erscheint, durchzogen von Landwegen bzw. von Wasserstraßen und am Eingang der Unterwelt liegend. Der Name weist auf eine Vorstellung hin, nach der die Schächte und Höhlen der Gräber als Zugang zum Reich der Toten empfunden wurden. Mit dem Vordringen des Osiris-Kultes wird R. zum Ziel, nach dem die Verstorbenen begehren. Da sich im Laufe der Zeit auch andere Nekropolen den Namen R. zu eigen machen, wurde dieses schließlich zur Bezeichnung für eine Totenstadt schlechthin.

Lit.: Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg: Nikol, 2000. 
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