Ritualmord

Ist z.B. bei Naturvölkern (Polynesien) und in Hochkulturen (Altägypten) nachweisbar, geschieht nicht im Affekt, sondern aufgrund von Konvention, Tradition, im Sinne einer Handlung mit ursprünglich mythologischem oder religiösem Hintergrund. Die „feierliche“ Form der Tötung und auch ihre Vorbereitung sowie der magische, kathartische oder apotropäische Sinn bzw. kulturelle Zweck heben ihn vom bloßen Mord aus Macht- oder Rachegelüsten ab, obwohl auch eine rein kriminelle Tötung manchmal rituelle Elemente aufweisen kann.

Lit.: Burkert, Walter: Homo necans: Interpretationen Altgriechischer Opferriten und Mythen. Berlin: de Gruyter, 1972; Rind, Michael M.: Menschenopfer: vom Kult der Grausamkeit. Regensburg: Universitätsverlag, 1998.
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