Ritualmagie

Auch Zeremonialmagie, die Bezeichnungen werden zumeist synonym verwendet, ihre Ursprünge liegen im Mittelalter. Man versteht darunter eine magische Praxis nach bestimmten, im Ritual oder in geheimer Überlieferung vorgeschriebenen Riten (mit Evokationen, Räucherungen, einschlägigen Utensilien wie Schwert, Stab, Robe usw.).
Wie schon der Name sagt, stehen im Zentrum feierliche Rituale und Zeremonien, in denen göttliche Wesenheiten dargestellt und herbeigerufen werden. Inwieweit die angerufenen Entitäten oder Kräfte als external oder als innerpsychisch interpretiert werden, hängt vom individuellen Magieverständnis ab. Das höchste Ziel des Ritualmagiers ist das Erlebnis der Transzendenz, des Hinweggetragenwerdens über die Grenzen des Geistes hinaus zur mystischen Wirklichkeit. Viele Magier sind darauf bedacht, ihre Rituale zu Zeiten durchzuführen, die dem magischen Akt z.B. nach astrologischem Gesichtspunkt entsprechen, sowie an Orten mit besonderer Ausstrahlung, etwa in einem Tempel oder an einem speziellen Platz in der Natur.
Da diese Formen magischer Praxis Ähnlichkeiten zu religiösen Ritualen aufweisen können, wurden sie im Mittelalter von den Kirchen verboten. Die modernen Formen sind stark von den Schriften Éliphas Lévis und den Arbeiten des Hermetischen Ordens von der Goldenen Dämmerung beeinflusst.

Lit.: Butler, Eliza Marian: Ritual Magic. University Park: Pennsylvania State University Press, 1949 (Neudr. 1998); Lévi, Éliphas: Transzendentale Magie: Dogma und Ritual. München: Ludwig Verlag, 2000; Greer, John Michael: Enzyklopädie der Geheimlehren. The new encyclopedia of the occult. München: Ansata, 2005.
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