Rituale Romanum

Das nach Beschlüssen des Tridentinums durch Papst Paul V. 1614 veröffentlichte, später erweiterte offizielle liturgische Buch der röm.-kath. Kirche, das die Riten der Sakramente und Sakramentalien, der Prozessionen und Exequien enthält. Während das R. R. früher aus einem einzigen Buch bestand, in dem alle seelsorglich benötigten sakramentalen Handlungen verzeichnet waren, ist die aktuelle Fassung seit der Neuordnung nach dem Zweiten Vatikanum in mehrere Teilausgaben gegliedert.
Das R. R. gilt auch als Handbuch für den Exorzismus. Als Zeichen dämonischer Besessenheit werden u.a. genannt: das Offenkundigmachen verborgener Dinge, Hellsehen im Raum, Sprechen und Verstehen fremder Sprachen, intellektuelle Exaltation, außergewöhnliche Steigerung der Kräfte, Levitation, heftige Aversionen gegen Gott, gegen Riten, Sakramente, Weihwasser und heilige Bilder.

Lit.: Der Große Exorzismus des Rituale Romanum von 1614 und die Ergänzungen Leos XIII. von 1925, in: Manfred Probst/Klemens Richter: Exorzismus oder Liturgie zur Befreiung vom Bösen. Informationen und Beiträge zu einer notwendigen Diskussion in der katholischen Kirche. Münster: Aschendorff, 2002, S. 29-44, 44-48; Der Große Exorzismus des Rituale Romanum von 1999. Dekret, Vorwort, Vorbemerkungen [Praenotanda]; Exorzismen und einige Bittgottesdienste, in: Manfred Probst/Klemens Richter: Exorzismus oder Liturgie zur Befreiung vom Bösen. Informationen und Beiträge zu einer notwendigen Diskussion in der katholischen Kirche. Münster: Aschendorff, 2002, S. 75-130.
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