Rittelmeyer, Friedrich

Dr. (* 05.10.1872 Dillingen/Donau; † 23.03.1938 Hamburg), evang. Theologe und Pfarrer, gründete auf Anregung Rudolf Steiners 1922 in Dornach/Schweiz mit anderen Gleichgesinnten die sog. Christengemeinschaft, eine Bewegung für religiöse Erneuerung.
R. kam durch seine Eltern schon in Kindheit und Jugend mit paranormalen Erscheinungen (Wahrträume, Fernfühlen) in Berührung. Studium der Theologie in Erlangen 1890, 1892 in Berlin; 1895-1902 Stadtvikar in Würzburg; 1903 Dissertation beim Philosophen Oswald Külpe über ,Friedrich Nietzsche und das Erkenntnisproblemʽ. 1910 kam R. durch den Nürnberger Volksschullehrer und Okkultisten Michael Bauer (1871-1929) mit der Theosophie R. Steiners in Kontakt, dem er 1911 anlässlich eines Vortrags in Nürnberg erstmals begegnete. Trotz mancher Vorbehalte nahm R. die Vorstellungen Steiners an und distanzierte sich von der liberalen Theologie seines Lehrers A. v. Harnack. 1916 Pfarrer in Berlin, 1922 Abschied von der evangel. Kirche, bemüht um ein neues Christusverständnis sowie um eine Vermittlung von Theologie und anthroposophischer Weltanschauung.

W.: Aus meinem Leben (1937); Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner (1928, 10. Aufl. 1983).
Lit.: Gassmann, Lothar: Rudolf Steiner und die Anthroposophie: eine kritische Biografie. Holzgerlingen: Hänssler, 2002.
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