Rites de sortie

(Franz., Ausgangsriten), völkerpsychologischer Begriff, der auf der Vorstellung aufbaut, dass Individuen aufgrund bestimmter Ereignisse (bei Männern z.B. der Kampf, bei Frauen die Niederkunft) zu Trägern einer besonderen Macht geworden sind, die nach dem Ereignis nicht mehr benötigt wird und sogar gefährlich werden könnte. Die R. d. s. führen zu einer Enttabuisierung und Wiedereingliederung des Trägers in den Sozialverband.
Den R. d. s. vorausgehen können die Rites dʼentrée, insofern sie bestimmte Menschen für die Bewältigung spezieller Ereignisse (Kampf, Niederkunft) entsprechend ausrüsten, d.h. „mit Macht versehen“.

Lit.: Van Gennep, Arnold: Übergangsriten. Frankfurt a.M./New York: Campus, 32005.
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