Als heiliges Tier, als Opfertier und als Fruchtbarkeitssymbol in vielen Religionen geläufig. Außer als Statussymbol und als Gradmesser des Vermögens in einigen Gesellschaften wurden Rinder schon früh religiös verehrt ‒ z.B. im Alten Ägypten, wo man sich den Himmel als große nahrungsspendende Kuh vorstellte, die mit vier Beinen auf der Erde stand. Auch im deutschsprachigen Raum (Süddeutschland, Österreich) finden sich Spuren von Rinderkulten. Man denke an den Almabtrieb im Herbst oder an den besonders geschmückten Pfingstochsen.
In Indien nimmt das R. bis heute eine besondere Stellung ein. Schon der Sanskritname ‒ aghnya (die Unantastbare) ‒ weist auf den Schutzstatus der Kuh hin. Für Hindus ist die Tötung von Rindern sowie das Verzehren ihres Fleisches so gut wie undenkbar. In der Geschichte ging dies sogar so weit, dass islamische Eroberer ihren Heeren nicht selten Rinder vorantrieben, um von den Hindus nicht angegriffen zu werden.
Bereits in den Veden erscheint die Kuh in bildhafter Sprache als Göttin, als Verkörperung der Erde. Eine besondere Verbindung zum R. zeigt Krishna, in dessen Lebensgeschichte dieses Tier eine bedeutende Rolle spielt.
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