Rimbaud, Arthur

(1854-1891), französischer Schriftsteller, der zwischen 1869 und 1873 zunächst unter dem Einfluss von Victor Hugo und Charles Baudelaire schrieb. Nach 1871 begann sich eine langsame Wandlung zum mystischen esoterischen Dunkel zu vollziehen. Die aus größtenteils kurzen Prosastücken bestehenden Les illuminations (1872) wurden von Benjamin Britten vertont. Seine letzte Dichtung Une saison en enfer (1873, dt.: Aufenthalt in der Hölle) verfasste R. 1873 als Autobiografie, worin er alle früheren Stufen seines Lebens noch einmal durchlief, um sie dann endgültig abzustoßen. Sein Poem endet im Abschied von aller geistigen Existenz, wobei er sich auch mit dem „König der Hölle“ unterhält. Dieser literarische, aber praktisch nur theoretisierende Satanismus des 19. Jahrhunderts erhielt dann in seinen letzten Jahrzehnten durch in Frankreich aufkommende okkultistische Strömungen einen realen Hintergrund. Eine Untergrundkultur zeichnete sich ab, die zunächst in der Literatur und schließlich unter religiösen Schwärmern und Anhängern von Magie und Spiritismus ihren Niederschlag fand.

W. (Auswahl): Les illuminations (1872); Une saison en enfer (1873); Das trunkene Schiff (1991).
Lit.:
Biedermann, Gundula: Rückkehr zum magisch-religiösen Ursprung der Sprache bei Baudelaire, Mallarmé, Rimbaud und Claudel. Ludwigsburger Beiträge zum Problem der deutsch-französischen Beziehungen, Bd. 2. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1957, S. 180-188.
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