Rigveda

Ältestes Zeugnis der indischen Literatur (Entstehung etwa 1500-1000 v. Chr.), eine Sammlung von Götterhymnen mit Einflechtung weltlicher Dichtungen. Die späteren Hymnen zeigen Ansätze zu einer philosophischen Fragestellung dem Dasein gegenüber, kosmogonische Spekulationen und das Fragen nach einer Macht, die hinter der empirischen Welt und auch hinter den Göttern steht.
Im Zentrum des R. stehen das Feuer- und das Tieropfer, weshalb die ersten Hymnen eines jeden Liederkreises an
Agni, den Gott des Feuers, gerichtet sind. Die meisten Hymnen gelten jedoch Indra, der durch seine Großtaten Sonne, Himmel und Morgenröte zum Vorschein brachte. Dann werden in den Hymnen bestimmte Gottheiten angerufen, die man hinter den Naturerscheinungen vermutet. Eine spezielle Göttergruppe bilden die Adityas, welche die ethischen Prinzipien verkörpern. Daneben gibt es noch die Schutzgötter, die in etlichen Hymnen um Hilfe gebeten werden.
Die Texte des R. wurden nie verschriftlicht, sondern über die Zeit hinweg mündlich weitergegeben, weil das Wissen der Veden als eine Macht galt, die nicht in falsche Hände geraten durfte.

Lit.: Zimmermann, Jutta Marie: Rig-Veda: Impressionen aus dem Rigveda. Hymnen der Seher und Weisen. Stuttgart: Raja Verlag, 2008; Oberlies, Thomas: Der Rigveda und seine Religion. Berlin: Verlag der Weltreligionen, 2012.
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