Rifaʽije

Nach seinem irakischen Gründer Ahmed Rifai benannter und wegen seines geräuschvollen dikr (meditative Übung zur Vergegenwärtigung Gottes) im Abendland unter der Bezeichnung „Heulende Derwische“ bekannt gewordener Derwischorden. Der dikr enthält u.a. Selbstverletzungen ohne Blutverlust, waffentanzähnliche Bewegungen und Feuerspiele. Da solche dikr-Elemente vor dem Mongoleneinbruch 1258 nicht bekannt waren, wird angenommen, dass es sich um mongolisches Brauchtum handelt.
Im Osmanischen Reich fand der Orden im 16./17. Jh. weite Verbreitung und beteiligte sich mit Vorliebe an den Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxie und den Sufis.

Lit.: Bannerth, E.: La Rifâ’iyya en Egypte, in: Mélanges. Institut dominicain dʼétudes orientales du Caire, Bd. 10 (1970), 1-35.
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