Richildis

(† Um 1100), Volksheilige, Reklusin beim Benediktinerinnen-Kloster Hohenwart, Diözese Augsburg, deren Grab vor allem im 18. Jh. große Pilgerströme anzog. Trotz von Innozenz VIII. 1488 erlaubter öffentlicher Verehrung blieben Bemühungen im 17. Jh. um eine kirchliche Seligsprechung erfolglos.
R. galt bei mancherlei Krankheiten als Fürsprecherin. Vor allem bei Steinleiden erhoffte man sich Genesung, indem man durch ein Loch ihrer Gruft kroch. Erde von ihrem Grab sollte vor Blitz und Unwetter schützen. Wenn dem Kloster Gefahr drohte, war aus ihrem Grab angeblich ein lautes Poltern zu hören.

Lit.: Sales Doye, Franz von: Heilige und Selige der römisch-katholischen Kirche: deren Erkennungszeichen, Patronate und lebensgeschichtliche Bemerkungen, 2 Bde. Leipzig: Vier Quellen, 1929.

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