Richet, Charles

(* 26.08.1850 Paris; † 04.12.1935 ebd.), frz. Arzt, Physiologe, Parapsychologe.
Studium der Medizin in Paris (Dr. med. 1869), 1877 Heirat mit Amalie Aubry. 1878 Dr. rer.nat., 1887 Prof. für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Paris. Mitglied der TG, Begründer der „Metapsychologie“ in Frankreich, Hrsg. der Revue Scientifique (1878-l887) und Mitherausgeber des Journal de Pathologie Général (ab 1917).
1905 wurde R. Präsident der SPR; er arbeitete als Erster in der Parapsychologie mit statistischen Methoden. Auf R. geht der Terminus „Ektoplasma“ bzw. dessen begriffliche Übertragung von der Physiologie auf den von Materialisationsmedien ausgeschiedenen Stoff zurück. Gegenüber der Französischen Akademie der Wissenschaften trat er für die Realität des Hypnotismus und des animalischen Magnetismus ein.
Als Mediziner erkannte R. die Schutzwirkung des Blutes bei infizierten Versuchstieren und entdeckte die Anaphylaxie (Überempfindlichkeit des Körpers gegen körperfremdes Eiweiß, das nicht durch den Magen-Darmkanal, sondern parenteral z.B. durch Injektion aufgenommen wird). 1913 erhielt er dafür den Nobelpreis für Physiologie/Medizin. Schweden ehrte sein Andenken mit einer 1-Kronen-Briefmarke.

W.: Dictionnaire de Physiologie, 10 Bde. (1894-1923); Du somnambulisme provoqué (1875); Experimentelle Studien auf dem Gebiet der Gedankenübertragung und des sog. Hellsehens. Berlin: Stutzig, 1891, 2. Aufl. 1921; Grundriss der Parapsychologie und Parapsychophysik. Berlin: Stutzig, 1923.
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