Reuss, Albert Karl Theodor

(* 28.06.1855 Augsburg; † 28.10.1923 München), Pseud. Hans Merlin, Merlin Peregrinus; Drogist, Opernsänger, Schriftsteller, Esoteriker, Freimaurer, Gründer mehrerer Geheimgesellschaften in England und Deutschland.
1876 in London Aufnahme in die deutschsprachige „Pilger-Loge“, darin 1878 Meister, jedoch wegen fehlender Präsenz und Nichtbezahlung der Mitgliedsbeiträge 1880 wieder ausgeschlossen. Wohnsitz zeitweise in London, Hamburg und Paris. Mit Karl Kellner gründete er den O.T.O und die gnostisch-katholische Kirche. 1885 wurde er Mitglied der TG, nahm Rudolf Steiner in den O.T.O auf (Memphis-Misraim-Orden 1905). R. war der Vorgänger von A. Crowley in der Leitung dieses Okkultordens. Mit dem Aufkommen von Berichten über Tieropfer und angeblich satanische Messen in der Abtei von Thelema, die Crowley 1920 in Sizilien gegründet hatte, entließ ihn R. am 25. Oktober 1921 aus dem O.T.O.
Nach dem Tod von R. wurde Herbert Fritsche (Pseud. Basilius) Leiter des deutschen O.T.O.

W.: Oriflamme (Zschr.), Übersetzer der „Gnost. Messe“ v. Crowley, Die Mysterien der llluminaten (1894); Geschichte des llluminaten-Ordens (1896); Peregrinus: Was muss man von der Freimaurerei wissen? Eine allgemeinverständliche Darstellung des Ordens der Freimaurer, der Illuminaten und Rosenkreuzer. Berlin: Hugo Steinitz, 1901; Was ist Okkultismus und wie erlangt man okkulte Kräfte? (unter d. Pseud. H. Merlin). Berlin, 1903.
Lit.: Frick, Karl R.H.: Licht und Finsternis, Teil 1 und 2. Graz: ADEVA, 1978; Möller, Helmut/Howe, Ellic: Merlin Peregrinus ‒ Vom Untergrund des Abendlandes. Würzburg: Königshausen und Neumann, 1986; König, Peter-R.: Der kleine Theodor-Reuss-Reader. Augsburg: Arbeitsgemeinschaflt für Religions- und Weltanschauungsfragen, 1993.
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