Reus, Johann Baptist

(* 10.07.1868 Pottenstein/Oberfranken, † 21.07.1947 São Leopoldo, Brasilien), charismatischer Jesuit, Missionar, Mystiker, Sühnepriester. Als achtes von elf Kindern der Metzgerfamilie Johann und Margaret Reus geboren, besuchte er das Priesterseminar in Bamberg und erhielt trotz mancher Schwierigkeiten 1893 die Priesterweihe. Nach einiger Zeit als Kaplan trat er 1894 in das Noviziat der Jesuiten in Blijenbeek/NL ein. Nach seiner Profess 1898 wirkte R. ab 1900 47 Jahre lang in der Mission in Brasilien: ab 1901 in Rio Grande zehn Jahre als Präfekt, Lehrer und Spiritual, Superior; dann in Porto Alegre, 1913 Pfarrer in S. Leopoldo. Von 1917-1934 war er im Kleinen Seminar und von 1917-1944 im Großen Seminar als Lehrer tätig. Großer Verehrer des Hlst. Herzens Jesu und Mariens. Am 7. September 1912 erhielt R. die Einprägung unsichtbarer Stigmen, deren Schmerzen er 35 Jahre lang bis zu seinem Tod erlitt. Während der hl. Messe erhielt er Offenbarungen, Ekstasen, Visionen und erfuhr anschaulich die Glaubenswahrheit des eucharistischen Opfers. In den Offenbarungen wurde ihm volle Sicherheit über sein ewiges Heil zuteil. Seine mystischen Erfahrungen beschrieb R. in seinen mit Skizzen illustrierten Schriften. Sein Grab auf dem Jesuitenfriedhof in São Leopoldo wird von Gläubigen häufig besucht. Der kirchliche Seligsprechungsprozess wurde 1953 in Porto Alegre eingeleitet.

Lit.: Baumann, Ferdinand SJ: Ein Apostel des hl. Herzens Jesu. Fribourg/CH, 1960; Kohler, L.: Vida do P. J.B.R. Porto Alegre, 1961.
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