Rembold, Bernhard

(* Um 1710 Eschmar; † 1783 Köln), legendärer Prophet der deutschen Volksüberlieferung, genannt „Spielbähn“, weil er als Spielmann fromme Lieder gespielt habe. Ihm wird eine Prophezeiung mit 118 Versen zugeschrieben. Angeblich war er ein Klosterbote in der Benediktinerabtei Siegburg. Als nach dem Brand der Abtei am 1. Januar 1772 bekannt wurde, dass R. diesen bereits in Einzelheiten vorausgesagt habe, wurde er einem Verhör unterzogen und landete eine Zeitlang im Gefängnis. Erster schriftlicher Beleg durch eine anonym 1846 in Bonn im Selbstverlag erschienene Broschüre von Wilhelm Schrattenholz: Spielbähn, der merkwürdigste Seher und Prophet unserer Zeit. Einer Untersuchung des Musikwissenschaftlers Theodor A. Henseler zufolge handelt es sich bei dieser Weissagung um eine Fälschung. In Wahrheit war sie wohl eher eine kirchenpolitische Kampfschrift.

Lit.: Schrattenholz, Wilhelm: Spielbähn, der Prophet. Bonn, 1849; Henseler, Theodor Anton: Spielbähn, seine merkwürdigsten Prophezeiungen auf unsere Zeit und Zukunft. Siegburg, 1950; Loerzer, Sven: Visionen und Prophezeiungen: die berühmtesten Weissagungen der Weltgeschichte. Augsburg: Weltbild, 1989.
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