Reibbrettorakel

Auf diese Orakelart stieß der englische Anthropologe Edward E. Evans-Pritchard (1902-1973), als er im Zuge seiner Forschungen die Vorstellungen der Zande in Zentralafrika genauer unter die Lupe nahm. Das bei ihnen praktizierte R. wird eher von Männern verwendet und besteht im Aneinanderreiben zweier angefeuchteter Brettchen. Eines davon ist mit Beinen versehen, so dass es auf dem Boden stehen kann, während das andere wie ein Deckel daraufpasst. Beim Stellen einer Frage wird das obere Brett auf dem unteren gerieben. Wenn es dort kleben bleibt, liegt eine positive Antwort vor. Da in die Kerben des unteren Brettes Wurzelextrakte eingerieben wurden, verhindern diese möglicherweise manchmal das Abgleiten des oberen Brettes und befördern so die vermeintliche Antwort.

Lit.: Mair, Lucy P.: Magie im Schwarzen Erdteil. München: Kindler, 1969; Rosenberger, Veit: Griechische Orakel: eine Kulturgeschichte. Darmstadt: Wiss. Buchges., 2001.
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