Regenmacher

Bei übermäßiger Trockenheit bedient man sich bei verschiedenen Völkern spezieller Methoden, um Regen herbeizuzaubern. Sog. Wetterschamanen verspritzen Wasser, Bier oder auch das eigene Blut auf die verdorrende Erde, während sie Zauberlieder singen, welche die Regengötter wecken oder günstig stimmen sollen. Im alten Russland kletterten die R. auf Tannen im heiligen Hain, einer trommelte auf einem Kessel, um den Donner zu imitieren, ein anderer klopfte mit dem Feuerstein bis zum Funkenflug und ein Dritter versprengte mit einem Rutenbündel Wasser in alle Richtungen. Häufig wurde der Regen „herbeigetanzt“, wobei der Rhythmus der Tanzschritte die Regentropfen nachahmen sollte.

Lit.: Müller-Ebeling, Claudia/Rätsch, Christian/Storl, Wolf-Dieter: Hexenmedizin: die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst schamanische Tradition in Europa. Aarau: AT Verlag, 2. Aufl. 1999.
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