(Bot. Ruta graveolens, Weinraute), bis in prähistorische Zeit nachweisbar, wurde meist als Symbol des Weiblich-Mütterlich-Gebärenden gedeutet; sehr intensiv riechendes Gewächs, Zauberpflanze. Im Mittelalter herrschte Einigkeit darüber, dass die geweihte Raute in unterschiedlichsten Formen ihrer Anwendung, selbst in Räucherungen und Bädern, das verlässlichste Mittel für Beschwörungen und Teufelsaustreibung sei. Die Pflanze wurde auch „Totenkräutel“ genannt, weil man dem Verstorbenen aus der R. gewundene Kränze auf Brust oder Hals legte, um die Verwesung aufzuhalten. Als „Totenblume“ auf dem Grab sollte sie den Weg hin zu einer neuen Daseinssphäre bereiten.
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