Rauchfang

Das „Windauge“, wie es die Germanen nannten, gilt im Volksglauben als das Tor, durch das die Geister ein- und ausgehen. Damit keine unholden Geister durchschlüpfen, schützte man es mit magischen Zeichen die Germanen hängten die Köpfe geopferter Pferde daran, die Skandinavier schnitzten Drachen- und Schlangenmotive in die Firstbalken über der Öffnung.
Das Rauchloch an der Spitze des Zeltes war vermutlich schon in paläolithischer Zeit eine Pforte zu transsinnlichen Welten. Sibirische Schamanen errichten bis zum Rauchloch reichende gekerbte Birkenstämme, die sog. „Schamanenbäume“, auf denen sie während der Séance in die Geisterwelt hineinklettern. Das Rauchloch ist somit auch Schwelle zum Jenseits.

Lit.: Müller-Ebeling, Claudia/Rätsch, Christian/Storl, Wolf-Dieter: Hexenmedizin: die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst schamanische Tradition in Europa. Aarau: AT Verlag AZ Fachverlage, 2012.
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