Rasputin, Grigori Jefimowitsch

(* 10.01./laut gregorian. Kal. 22.01.1869 Pokrowskoje; † 17.12./laut gregorian. Kal. 30.12.1916 St. Petersburg), russ. Mönch, Mystiker, Mitglied der neugnostischen Chlysty-Sekte; Geistheiler bzw. Wunderheiler. Im Alter von 17 Jahren begann R. eine fünfzehnjährige Pilgerzeit auf der Suche nach Erleuchtung und Wahrheit. Ab 1901 blieb er für einige Zeit in seinem Heimatdorf, machte sich aber 1903 nach St. Petersburg auf, wo er den berühmten Geistlichen Johann von Kronstadt traf. 1907 wurde R. an den Hof des Zaren Nikolaus II. Alexandrinowitsch (1868-1918) gerufen, dessen Sohn Alexander er durch Handauflegung von seiner Bluterkrankheit (Hämophilie) heilte. Im Juni 1914 wurde R. bei einem Messerattentat schwer verletzt. In der Folge begann er sich öffentlich zu betrinken, was eine landesweiten Skandal auslöste. R. soll auch die Gedanken und Gefühle der Menschen um sich herum erkannt haben. Zweimal unternahm er eine Pilgerreise in das HI. Land. Kurz vor seiner Ermordung bemerkte R. zu einem Journalisten: „Wenn sie mich umbringen, ist Russland am Ende; sie werden uns beide zusammen begraben.“ 1917 brach die bolschewistische Revolution aus. Da man die Schuld an der militärischen Niederlage Russlands gegen Deutschland ungerechterweise R. in die Schuhe schob, wurde er in der Nacht vom 16. auf den 17. Dez. 1916, obwohl vorgewarnt, in eine Falle gelockt und nach grausamen Misshandlungen durch Verwandte des Zaren ermordet.

Lit.: De Jonge, A.: The Life and Times of Grigorii Rasputin. N.Y., 1982; Heresch, Elisabeth: Rasputin: das Geheimnis seiner Macht. München, 1985; Jussupoff, Felix: Rasputins Ende: Erinnerungen. Frankfurt/M.: Insel, 1990; Radsinski, Edward: Die Geheimakte Raspuıin: Neues über den Dämon am Zarenhof. München, 2000.
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