Rashnu

Im Parsismus und Zoroastrismus der Engel des Urteils, der auf der Brücke Chinvat zwischen Erde und Himmel steht und jene beurteilt, die an ihm vorübergehen.
Zusammen mit Mitra und Zraosha ist R. einer der drei Richter, welche die guten und schlechten Taten der Verstorbenen auf einer goldenen Waage gegeneinander aufwiegen und so bestimmen, wer in die höheren und wer in die niederen Welten kommt. Die Urteilsfindung beginnt ca. drei Tage nach dem Tod. Dies sei die Zeit, welche die Seele braucht, um sich vom physischen Körper zu lösen. Anschließend kann sie entweder in das himmlische Reich von Ahura Mazda aufsteigen oder sie wird in die Hölle gestürzt. Es heißt allerdings, dass die Verdammnis in der Hölle der Parsen nicht endgültig sei, da die Prüfung stets wiederholt werden könne. So könne der Mensch im Höllenfeuer geläutert und dann mit Leib und Seele der Auferstehung teilhaftig werden.

Im Zoroastrismus gibt es Ahura Mazda entweder als den einen oder den höchsten Gott. Als sein Gegenspieler gilt Ariman, der als Dualität, Gutes und Böses, oder einfach nur als der Schatten des Ersteren gesehen werden kann. Die übrigen göttlichen Wesenheiten sind eher als Engel zu bezeichnen, zu denen eben R. gehört.

Lit.: Storm, Rachel: Die Enzyklopädie der östlichen Mythologie. Reichelsheim: Edition XXL, 2000.
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