Ranguma

In Neuguinea, wo die Verantwortung für Krankheit oder Unglück allgemein nur selten Hexen zugeschrieben wird, glauben die an der Nordküste lebenden Tangu an ein Ranguma genanntes Wesen, das teils hexenähnliche Züge aufweist. Wie viele Stämme Neuguineas sind auch die Tangu überzeugt, dass ihre Vorfahren ursprünglich aus einem Erdloch hervorkrochen. Als Letzter von ihnen kam R., das in der Gestalt eines Menschen personifizierte Böse, und wird damit auch gleich als Erklärung für das Böse herangezogen.
Die Tangu halten nichts von strafenden Geistern und machen R. auch nicht für alle Krankheiten verantwortlich. So sei an manchen Krankheiten der Leidende selbst schuld. Hat er z.B. einem Nachbarn Unrecht zugefügt, so war dieser nach Ansicht der Tangu berechtigt, ihn zu behexen. Er muss daraufhin sein Vergehen eingestehen und es wieder gutmachen. Erst wenn er sich auf das hin nicht erholt, kommt man zur Überzeugung, dass der gekränkte Nachbar ein R. sei, der keine Entschuldigung annehme.

Lit.: Mair, Lucy P.: Magie im Schwarzen Erdteil. München: Kindler, 1969.
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