Rāmāyana

(Skrt., „Ramas Lebenslauf“). Das altindische Sanskrit-Nationalepos R. erzählt in 24.000 Doppelversen die Geschichte von Rāma und seiner Frau Sītā, von seiner Verbannung, von der Entführung seiner Frau durch den Dämonen Rāvana und beider Rückkehr nach Ayodhyā. Vom 5. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. wurde das Epos in drei voneinander abweichenden Versionen als erstes Kunstgedicht des legendären Vālmīki überliefert. Es reflektiert eine sprachliche, soziologische, wirtschaftliche und religiöse Entwicklung von der spätvedischen Zeit (Hinduismus) bis zum Beginn des Vishnuismus. Der übermächtige Held Rāma, der Rechtschaffene, wird schließlich zum Avatar Vishnus und das R. wird so zum religiösen Volksepos und prägt die indische Kultur in Ethik, Theologie, Literatur, Kunst, Tanz, Drama, Film und Musik bis heute. Am bekanntesten is das sog. Hindi-R. von Tulsīdās (1532-1623), Rāmacaritmanas.

Lit.: LThK, Bd. 8. Hrsg. v. Walter Kasper u.a. Freiburg i.Br.: Herder, 1999.
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