Ramanuja

(ca. 1055-1137), gefeierter Philosoph und Vaishnava-Heiliger Südindiens, Begründer der Philosophie des Vishishtādvaita-Vedānta (eigenschaftsbehafteter Nicht-Dualismus), dessen höchstes Lebensideal in der Liebe zu Gott (Bhakti) sowie in der Erkenntnis bestand, dass alle Wesen und auch alle unbelebten Dinge „Formen Gottes“ sind.
R. lebte, nachdem er der Welt entsagt hatte, bis zu seinem Tod in Shrirangam. Sein berühmter Kommentar zum Vedanta-Sutra, das Shribshya, gilt als das klassische Standardwerk der Vaishnavas (dt. Teilübersetzung von R. Otto in: Siddhānta, Jena 1917). Des Weiteren verfasste R. einen Kommentar zur Bhagavad-Gitā und schrieb Abhandlungen über seine Philosophie.

Lit.: Lexikon der östlichen Weisheitslehren. Bern u.a.: Scherz, 1986.
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