Ramana, Maharshi Venkataraman

(* 30.12.1879 Tiruchuli, südöstl. v. Madurai, Südindien; † 14.04.1950 Tiruvannamalai), Hindu-Mystiker, ind. Guru, Rishi (Weiser) im Sinne der Advaita-Vedanta-Tradition, „der Weise von Arunachala“, Lehrer P. Bruntons; Vertreter des Inana-Yoga (Weg der Erkenntnis). An seinem Wirkungsort entstand schon zu Lebzeiten der Ramanashram als internationales spirituelles Zentrum. R. bezeichnete sich selbst nicht als Guru; er lehrte mehr durch sein Schweigen als durch Worte.
Als R. 12 Jahre alt war, starb sein Vater, Brahmane und Anwalt in Tiruchuli. Auffällig war R.s gutes Gedächtnis, denn er konnte sich an alles erinnern, was er einmal gehört oder gelesen hatte. Ein Erleuchtungserlebnis (am 16.07.1896) veränderte sein Leben. So erkannte er in einem Zustand der Todesangst, dass sein wahres Ich (
atman) vom Tod nicht berührt werden kann. 54 Jahre lang lebte er in tiefer Meditation der Selbstergründung (atma vichara) am Berg Arunachala („Berg der Morgenröte“) im südind. Bundesstaat Tamil Nadu, wo ihn viele Menschen aus verschiedenen Nationen und Glaubensrichtungen aufsuchten und um Rat fragten. Auch Tiere fühlten sich von ihm angezogen. Am 18.11.1907 begegnete ihm der bekannte Sanskritgelehrte Ganapati Muni, der ihn als spirituellen Meister (Bhagavan Sri Ramana Maharshi) in Indien bekannt machte. Erst bei diesem Treffen brach R. sein jahrelanges Schweigen. Als erster westlicher Schüler kam 1911 der in jener Gegend als Polizist stationierte Engländer Frank H. Humphrey zu R.; er trat später in England in ein christliches Kloster ein. 1916 stieß R.s Mutter Alagammal († 19.05.1922) zu der bereits entstandenen kleinen Gemeinschaft um ihren Sohn. R. verfasste zeitlebens nur wenige Schriften und das auch nur dann, wenn er dazu genötigt worden war.

W.: Gespräche des Weisen vom Berge Arunachala. Sein Bibliothekar David Godmann veröffentlichte eine Zusammenfassung der Lehren von Maharshi: „Sei, was du bist!
Lit.: Osborne, Arthur (Hg.): Ramana Maharshi – Seine Lehren. München, 1983; Ebert, Gabriele: Ramana Maharshi. Sein Leben. Stuttgart: Lüchow, 2003.
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