Rama

(Skrt. ram, „derjenige, an dem sich die Weisen ergötzen“), ein Avatar, eine Inkarnation des Hindu-Gottes Vishnu, des Bewahrers des Universums. Vermutlich war R. ursprünglich ein Volksheld, den man allmählich zu einem Avatar Vishnus umdeutete. Er stieg auf die Erde herab, um die Mächte des Bösen, die sich in Ravana, dem König von Lanka, verkörpert hatten, zu bekämpfen. Sein Leben und Werk wird in dem unsterblichen hinduistischen Epos Ramayana beschrieben.
R. war der Sohn des Königs Dasaratha von Ayodhya. Nach dem Tod seines Vaters betrog ihn seine Stiefmutter Sumitra um sein Erbe und verbannte ihn für 14 Jahre in den Wald. Obwohl er seine Frau Sita bat, im Palast zu bleiben, folgte sie ihm als pflichtbewusste Gattin nach: „Mit dir lebe ich im Himmel, ohne dich in der Hölle.“ Im Wald wurde R. zum Beschützer der Einsiedler, die sich dorthin in die Versenkung zurückgezogen hatten. Als er den Verführungsversuchen eines weiblichen Dämonen namens Surpanaka nicht nachgab, überredete diese ihren Bruder Ravana, Sita auf die Insel Lanka zu entführen. Verrückt vor Schmerz suchte Rama nach ihr und besiegte auf seinem Weg mit Unterstützung des Affengottes Hanuman viele Dämonen und letztlich seinen Widersacher Ravana. Schließlich wurde Sita gefunden. Obwohl sie unschuldig war, wies sie Rama zuächst zurück, weil ihr Ruf aufgrund ihres langen Aufenthalts bei den Dämonen gelitten hatte. Nachdem sie sich aus Verzweiflung in das Opferfeuer gestürzt hatte, wurde sie von dem Feuergott Agni daraus gerettet. Rama erhielt sein Königreich zurück und regierte 1.000 Jahre lang.

Lit.: Storm, Rachel: Die Enzyklopädie der östlichen Mythologie. Legenden des Ostens: Mythen und Sagen der Helden, Götter und Krieger aus dem alten Ägypten… Reichelsheim: Edition XXL, 2000.
Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.