Indischer Name furchterregender Dämonen, zu denen auch ihre weiblichen Gegenstücke (Rakshasis) gehören. Nach hinduistischem Glauben handelt es sich bei ihnen um bösartige Halbgöttter, die jede beliebige Form annehmen können. Während sie ihre Artgenossen gut behandeln, lernen Außenseiter meist ihre gierige, gefräßige und gewalttätige Seite kennen. Sie hausen in einer Stadt der Wunder, die von Vishvakarma, dem Baumeister der Götter, errichtet wurde. Zu den R. zählen auch harmlose Wesen wie die Yakshas, aber ebenso die Dämonen, die sich als traditionelle Feinde der Götter auf Friedhöfen herumtreiben und Menschen peinigen sollen.
Einige Quellen machen sie zu Wesen, die Brahmas Fuß entsprungen seien. Andere wiederum sehen in ihnen Abkömmlinge des großen Rishi Kashyapa. In verschiedenen Texten werden die R. mit den von den Ariern vertriebenen Ureinwohnern Indiens gleichgesetzt.
Lit.: Die Enzyklopädie der Östlichen Mythologie. Reichelsheim: Edition XXL, 2000.