(Skrt., wörtl. „der königliche Yoga“), einer der vier wichtigsten Yoga-Wege zur Vereinigung mit Gott nach einem von Patañjali in seinem Yoga-Sūtra aufgezeichneten System. Der Begriff „Rāja-Yoga“ wurde jedoch erst lange nach Patañjali geprägt.
Der R. besteht aus folgenden acht Stufen: 1. Yama; 2. Niyama. Dabei geht es um ethische und moralische Übungen als Vorbedingung. 3. Āsana, Einnahme einer Körperhaltung, bei der die Konzentration nicht stört. 4. Prānāyāma, Atemübungen, weil der Atem großen Einfluss auf Denken und Gemütsverfassung hat. Aus der dritten und vierten Stufe ist der Hatha-Yoga entstanden. 5. Pratyāhāra, das Abziehen der Sinne von den Sinnesobjekten, um zu verhindern, dass das Denken abgelenkt wird. 6. Dhāranā, Konzentration; die Fähigkeit, das Denken bei einem Objekt verweilen zu lassen, ohne dass es abschweift und der Kontrolle entgleitet. 7. Dhyāna, Meditation. Auf dieser Stufe sollte das Denken nicht mehr seine eigenen Vorstellungen auf das Objekt der Meditation projizieren, sondern mit ihm verschmelzen. 8. Samādhi, überbewusster Zustand, in dem die Dualität und die Erscheinungswelt nicht mehr existieren.
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