Ragnarök

Bedeutendes Ereignis in der nordischen Mythologie, das als das Ende der Welt und der Götter bekannt ist.
Der Begriff stammt aus dem Altnordischen und bedeutet wörtlich „Endschicksal der Götter“. Er wird in verschiedenen altnordischen Quellen, insbesondere der Edda, ausführlich beschrieben und spielt eine zentrale Rolle in der Vorstellungskraft der nordischen Kultur.
Das Ereignis ist durch vier große eschatologische Ereignisse gekennzeichnet: den Fimbulwinter (verheerender Winter); den Weltenbrand; das Versinken der Erde in dem von der Midgardschlange aufgepeitschten Ozean; die Verdunkelung der Sonne, die vom Fenriswolf verschluckt wird. Weitere Naturereignisse folgen (Erdbeben, Felsstürze).
Die Vernichtung ist allerdings nicht endgültig, sondern aus dem Meer steigt eine neue, gereinigte Welt empor, was an die Schilderung des himmlischen Jerusalem in der Johannesoffenbarung erinnert.
R.
wird im Deutschen meist irreführend als „Götterdämmerung“ übersetzt.

Lit.: Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart: Kröner, 2006; Herrmann, Paul: Nordische Mythologie. Neu hrsg. von Thomas Jung. Köln: Anaconda, 2011.

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