Raga

Bedeutet in der indischen Musik „das, was den Geist färbt“. Während das Wissen um die Wirksamkeit von Tonfärbungen und Skalensystemen auf die menschliche Seele in der westlichen Musikkultur der letzten Jahrhunderte fast vollständig zum Erliegen gekommen ist, verfügen außereuropäische Kulturen diesbezüglich noch über einen großen Reichtum. So versuchen indische Sänger und Musiker über das reine Tonmaterial hinaus, aus dem sich ein Musikstück zusammensetzt, mit der musikalischen Gestaltung eines R. Atmosphäre zu schaffen und Zeit und Raum klanglich so zu strukturieren, dass die Zuhörer in Schwingung versetzt werden, in ihnen Stimmungen aufbrechen und es zum Aufbranden von Gefühlsqualitäten kommt, die dem „Geist“ des R., seinem jeweiligen spezifischen spirituellen Gehalt, entsprechen.

Lit.: Decker-Voigt, Hans-Helmut/Knill, Paolo J./Weymann, Eckhard (Hrsg.): Lexikon Musiktherapie. Göttingen u.a.: Hogrefe, 1996.
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