Radewijns, Florens

(Um 1350-1400), aus Leerdam/Niederlande, hervorragender Schüler des Kirchenrechtlers Gerhard Grote, eigentlicher Organisator der Devotio moderna (persönliche Lebensführung in innerlicher Frömmigkeit), erster Rektor der Brüderschaft vom gemeinsamen Leben in Deventer, Gründer des Klosters zu Windesheim.
R. misstraute jedweder Spekulation und betonte die praktische Askese: die Übung der Tugenden führe zur Läuterung des Herzens und bilde den Christ in der Nachfolge Christi. „Was der Mensch tut, soll er nur um der Herrlichkeit Gottes willen tun.“
Sein Schrifttum ist bescheiden. Er wurde u.a. von Cassian, Johannes Klimakos, Bernhard von Clairvaux und David von Augsburg beeinflusst. Der Libellus Omnes, inquit, artes handelt von Ziel und Übung der christlichen Vollkommenheit, der Libellus Multum valet hingegen gibt praktische Hinweise. Durch den Theologen Gerhard Zerbolt hatte R. großen Einfluss auf Cisneros, Ignatius von Loyola und spätere Autoren.

Lit.: Dinzelbacher, Peter: Wörterbuch der Mystik. Stuttgart: Kröner, 1989.
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