Observation

(Lat. observare, beobachten, befolgen), neben der landläufigen Bedeutung auch ein Teilbereich der Superstition. Sobald etwas geschieht oder erscheint, wird dies als „Zeichen“ gedeutet, in dem sich etwas Zukünftiges ankündigt. Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen oder das sich Ankündigende recht zu nutzen, muss man solche Zeichen zu deuten wissen. Sie kommen ungerufen, fallen einem auf, man schenkt ihnen Beachtung, was im Begriff O. zum Ausdruck kommt.
Der Sache nach gehören zur O. in diesem Zusammenhang sämtliche Formen der Beachtung von Zeichen mit Vorbedeutung sowie günstiger oder ungünstiger Zeitpunkte, so z.B. Angang, Vogelschau, Tierweissagung, Traum, Orakel, die Auslegung bestimmter meterologischer Verhältnisse, Wochentagsastrologie, Tage- und Stundenwahl usw.
Zwischen O. und den beiden anderen traditionellen Bereichen der Superstititon wie Divination und magischer Praktik ist allerdings keine scharfe Grenze zu ziehen. So kann das auffälligste Moment der einen Kategorie bei Hervorhebung einer anderen Seite auch Gegenstand einer anderen Kategorie sein.

Lit.: Moser, Dietz-Rüdiger (Hrsg.): Glaube im Abseits: Beiträge zur Erforschung des Aberglaubens. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1992.
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