(Altgriech.; lat. mythus, Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte, Mär; Plural: Mythen), bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Erzählung. Im religiösen M. wird das Dasein der Menschen mit der Welt der Götter oder Geister verknüpft.
Mythen erheben Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit. Kritik an diesem Wahrheitsanspruch gibt es seit der griechischen Aufklärung bei den Vorsokratikern (z.B. Xenophanes, um 500 v. Chr.). Die Sophisten sehen den M. im Gegensatz zum Logos, der durch verstandesgemäße Beweise die Wahrheit seiner Behauptungen zu begründen versucht.
Lit.: Geyer, Carl-Friedrich: Mythos: Formen, Beispiele, Deutungen. München: C.H. Beck, 1996.