Mystik

(Altgriech. mystikós, geheimnisvoll; myein, Mund oder Augen schließen), bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit.
Wie Joseph von Görres (Die christliche Mystik in 5 Bänden) sich ausdrückt, beinhaltet M. ,,ein Schauen und Erkennen unter Vermittlung eines höheren Lichtes, und ein Wirken und Tun unter Vermittlung einer höheren Freiheit“ (Die christliche Mystik, Bd. 1, S. 1). Mystik befasst sich nämlich mit einem religiösen Urphänomen, das in seinen Wurzeln bis zu den Naturvölkern zurückreicht, wo sich der Mensch nach Askese oder schamanistischer Kontemplation in Ekstase, Träumen oder Visionen mit höheren Mächten, ja, selbst mit dem Himmelsgott in Verbindung fühlte. Ziel der M. ist daher die Vereinigung mit dem absoluten Seinsgrund oder Gott, was auf dem Weg von Askese, Meditation und Kontemplation erstrebt wird.

Lit.: Resch, Andreas: Mystik (Imago Mundi; 5). Resch: Innsbruck, 2. Aufl. 1984.
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