Mysterienbild

Im Gegensatz zum Götterbild, das darauf ausgerichtet ist, die Präsenz der Gottheit zu verbürgen, ist das M. eine „Momentaufnahme“, die ihre Bedutung jeweils aus dem aktuellen Kultvollzug erhält und dadurch heilswirksam wird. Daher kann man darshana (Gott schauen) im Hinduismus oder die Visualisation einer Gottheit in buddhistischen Meditationen als entmaterialisiertes M. werten, weil dadurch die Gegenwart Gottes erfahrbar wird.
Im engeren Sinn steht das M. in Zusammenhang mit den Mysterienreligionen, bei deren liturgischen Feiern ein Bild verehrt und gleichzeitig verlebendigt wurde, d.h. der einer liturgischen Handlung zugrunde liegende Mythos wurde durch den Bildinhalt optisch umgesetzt.

Lit.: Belting, Hans: Bild und Kult: eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst. München: Verlag C.H. Beck, 6. Aufl. 2004.
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