Myers, Frederic William Henry

(* 06.02.1843 Keswick, Cumberland, England; † 17.01.1901 Rom), Dichter, Kritiker, Essayist; 1882 Mitbegründer der Society for Psychical Research (S.P.R.) zur Erforschung parapsychologischer Phänomene, 1900 deren Präsident.
Am 3. Juni 1883 trat M. der London Lodge der Theosophischen Gesellschaft bei, 1886 infolge des Hodgson Reports jedoch wieder aus.
Von 1865 bis 1872 lehrte M. klassische Sprachen an der Universität Cambridge. Sein bekanntestes Gedicht ist St. Paul (1867). Er war Spezialist für die Lyrik von Vergil und William Wordsworth, des führenden Mitglieds der englischen Romantikbewegung.
Als seine erste bedeutende parapsychologische Publikation (zus. mit Edmund Gurney und Frank Podmore) gilt Phantasms of the Living (1886). Sein Hauptwerk ist das (unvollendete und von Hodgson und Jonson zum Druck vorbereitete) 1903 postum erschienene Human Personality and Its Survival of Bodily Death („Die menschliche Persönlichkeit und ihr Überleben des körperlichen Todes“). M. brachte mehrere Begriffe in die Parapsychologie ein, neben Telepathie als Bezeichnung für anscheinend unerklärliche Gedankenübertragung auch den Terminus unterschwelliges Bewusstsein (subliminal consciousness). Zudem leistete er Bahnbrechendes für die Forschung. So hielt er Sitzungen mit David Duguid, Mme. d’Espérance, Annie F. Mellon, Eusapia Palladino und vor allem mit Eleonore Piper.
1880 heiratete Myers die später als Portraitfotografin bekannte Eveleen Tennant (1856-1937). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

W.: Human Personality and Its Survival of Bodily Death, 2 Bde. New York: Longmans, Green & Co. 1954.
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