Fragmentarisch überliefertes Gedicht vom Weltuntergang in altbairischer Sprache. Das um 870 entstandene Werk, dessen Verfasser unbekannt ist, wurde auf einzelnen freien Seiten und Seitenrändern einer St. Emmeramer Handschrift eingetragen, die der Salzburger Erzbischof Adalram um 825 Ludwig dem Deutschen widmete. Anfang und Ende gingen verloren. Der Text findet sich in der in der Bayerischen Staatsbibliothek München verwahrten Handschrift Clm 14098. Er wurde 1817 entdeckt und erstmals 1832 von dem bayerischen Sprachforscher Johann Andreas Schmeller veröffentlicht. Die Bedeutung des Wortes muspilli (im Text Dat. Sing. muspille) ist ungeklärt, wurde aber mit der vermutlich germanischen Bezeichnung Muspell für „Weltende durch Feuer“ in Zusammenhang gebracht. Das Wort erscheint sonst nur noch im altsächsischen Heliand und in der altnordischen Edda.
Inhaltlich wird das Schicksal des Menschen im Tod und im Jüngsten Gericht behandelt. Eingeschoben ist eine Besschreibung des Kampfes zwischen Elias und dem Antichrist mit dem daraus entstehenden Weltbrand. Die Quellenangabe ist weitgehend ungeklärt, doch wird vermutet, dass dem Autor eine angelsächsische Vorlage zur Verfügung stand.
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