Musiktherapie

Eigenständige Heilmethode, die durch gezielten Einsatz von Musik therapeutische Wirkung erzielen soll. Sie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung psychischer und körperlicher Gesundheit. Die Verwendung der Musik zu Heilzwecken reicht bis in die Antike zurück. So wird im 29. Buch der Odyssee Homers Blut durch Musik gestillt. Laut Demokrit (460-371) könne jeder kranke Körperteil durch Flötenspiel geheilt werden. Pythagoras setzte M. als Heilfaktor ein.
Paracelsus und Kepler gingen davon aus, dass die musikalische Heilwirkung letztlich nur auf der Sphärenmusik beruhe, da Makrokosmos und Mikrokosmos identisch seien (Heilung durch die Harmonie). Anklänge der modernen Musiktherapie finden sich bei Friedrich Erhard Niedt (1674-1708), der die Bedeutung von Rhythmus und Intervallen erkannte. Im 19. Jh. wurden von den Ärzten L. Raudnitz, Hofgartner, Lichtenthal und J.P. Schneider die Grundlagen der modernen Musiktherapie gelegt. Heute hat Musik einen festen Platz in der medizinischen Praxis, weil die physiologische Wirkung durch die Kymatik gesichert ist.

Lit.: Decker-Voigt, Hans-Helmut/Weymann, Eckhard: Aus der Seele gespielt: eine Einführung in die Musiktherapie. München: Goldmann, 1996.
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