Mundöffnungsritual

Dieses Ritual der altägyptischen Religion zur Verleihung von Leben wurde sowohl an Götterbildern im Tempel als auch an Verstorbenen und deren Grabstatuen vollzogen. Ohne M. könne das Kultbild nicht den Ba oder Ka aufnehmen, um am Menschsein teilzuhaben so die Vorstellung. Ein Satz Miniaturgerätschaften für die Zeremonie gehörte zu den Grabbeigaben, die dem Verstorbenen für das Leben nach dem Tod mitgegeben wurden. Das Ritual konnte in der Balsamierungsstätte oder vor dem Grab an der Mumie und an der Statue vollzogen werden. Im Anschluss an Reinigung, Räucherung, Salbung und Beschwörung wurde die Mumie an bestimmten Stellen mit einem speziellen Ritualgerät berührt, wodurch der Verstorbene erneut Macht über seine Sinne, vor allem über seinen Mund, erlangen sollte, um wieder essen und sprechen zu können.
Der auch an Götterstatuen vollzogene Ritus sollte über die Öffnung des Mundes hinaus auch die anderen Sinne dem Leben erschließen.

Lit.: Fischer-Elfert, Hans-Werner: Die Vision von der Statue im Stein: Studien zum altägyptischen Mundöffnungsritual. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 1998.
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