Mund

Verkörpert als Organ des Wortes und des Atems sinnbildlich die Macht des Geistes und der Schöpferkraft, vor allem das „Einhauchen“ der Seele und des Lebens. Als Organ des Essens und Verschlingens ist er auch Symbol des Vernichtens, vor allem als Maul von Ungeheuern (Höllenrachen).
Die Zeremonie der Mundöffnung, welche die Ägypter an Mumien vornahmen, sollte es dem Verstorbenen ermöglichen, vor den Göttern die Wahrheit zu sagen, und ihn erneut in die Lage versetzen, zu essen und zu trinken.
Kleine schwarze Dämonen, die auf mittelalterlichen Malereien aus dem M. kommen, weisen auf böse Worte und Lügen hin. Aus Christi Mund hingegen gehen häufig ein Schwert (Urteilsspruch für die Bösen) und eine Lilie (für die Guten) hervor.

Lit.: Herder Lexikon für Symbole. Freiburg i.Br.: Herder, 2000.
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